100 für Haiti 2022 - Die Radelaktion für den guten Zweck

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Weder Sophia, Marius, Hugo oder Maria, noch all die anderen Radlerinnen und Radler haben eine Vorstellung von dem, was da auf sie zukommt, als sie vor der Schule mit einer gelben Warnweste und ein paar Hinweisen zum Verhalten auf der Route ausgestattet werden. Knallbunt sieht die Truppe da aus und das soll auch so sein. Gesehen werden ist im Straßenverkehr das A und O. Natürlich soll auch jeder sehen, dass wir zusammengehören und irgendetwas für Haiti unternehmen. Zum vierten Mal starten wir also durch und versuchen die Stadtgrenze an zwei Tagen für den guten Zweck zu umrunden. Ob das geklappt hat?

Aber sicher doch! Die Temperaturen sind für die erste Etappe mit ihren zahlreichen Steigungen zu hoch, doch bei den vielen Stopps, die wir einlegen, schaffen es alle sich in kurzer Zeit zu erholen, um anschließend wieder weiter zu radeln. Der Mann mit dem Streckenplan im Kopf wird immer öfter gefragt: Wie lange noch??? Doch was soll man den Kindern sagen? Dass es insgesamt 1000 Höhenmeter sind auf unserer Route um die Stadt, oder, dass es noch dreimal hoch und wieder bergab geht, bis wir den Campingplatz erreichen? Auf das Alter des Teilnehmerfeldes bezogen ist das schon eine echte Tour de France mit großen körperlichen Herausforderungen, die sich jedoch bei Ankunft auf dem Campingplatz Cammerzell in Kettwig in Luft auflösen. Zeltaufbau und Refreshing geben der Tourleitung Gelegenheit das Abendessen vorzubereiten - der Stoffwechsel muss auch am zweiten Tag wieder funktionieren. Doch zuvor führt die eintretende Dunkelheit bei allen Beteiligten schlagartig in eine Tiefenentspannung, die für eine ruhige und sternenklare Nacht sorgt.

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Das Frühstücksbuffet an der Theke des Basecamps weckt die Lebensgeister der großen und kleinen Radlerinnen und Radler, der Zeltabbau gelingt unter professioneller Anleitung und den herrschenden Wetterverhältnissen so perfekt, dass die mobilen Übernachtungsräumlichkeiten trocken und vollständig am Tourende in der Schule wieder eingelagert werden können.

Weiter geht es mit der zweiten Etappe auf der westlichen und nördlichen Route der Essener Stadtgrenze, die sich, zur allgemeinen Erleichterung, wesentlich leichter beradeln lässt, als die Strecke des Vortages. Auf immer flacher werdenden Pfaden kommt das Team voran und die Motivation kennt kaum noch Grenzen, als die letzte Steigung genommen wird. Sanft rollt die Gruppe Richtung Rhein-Herne-Kanal hinab und nimmt dabei im Vorbeifahren die von Abwässern befreite Emscher zur Kenntnis. In vergangenen Zeiten geschah dies meist durch die Wahrnehmung übler Gerüche, jetzt aber treffen wir dort entspannt daher schwimmende Enten. Nach der Umrundung des nördlichsten Stadtteils Karnap gelangt das Fahrerfeld so zu sagen auf die Zielgerade in Richtung Zeche Zollverein. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zur Schule und die Hundert-Kilometerrunde ist absolviert. Hendrik kann es kaum glauben und ist schwer begeistert, so eine große Radtour bewältigt zu haben. Er will jedenfalls im kommenden Jahr am 14. Und 15. Juni mit dabei sein, wenn wir wieder für den guten Zweck radeln.